
Projekt „ebana“ in Bolivien – Bäume pflanzen macht cool
wirundjetzt e.V. ist der Trägerverein von dem Projekt „ebana“ in Bolivien.
Infos: www.ebana.org.
ebana Projektbericht als PDF-Datei mit vielen Bildern: Projektbericht ebana 2022 PDF
„ebana“-Projektbericht 11/2022 von David Lamparter:
Liebe ebana-Interessierte, liebe ebana-Unterstützer,
genau 10 Jahre besteht nun das ebana Projekt. Als es anfangs zu mir hieß:„Projektos no salen“ (übersetzt: „Projekte funktionieren nicht“), hätte ich nicht gedacht, dass ich mir eine Dekade später die Zeit nehmen werde, um einen aktuellen Projektbericht zu verfassen. Das ebana-Projekt wurde am letzten Gebirgszug der Andenkette, wo im Anschluss das Amazonasbecken beginnt, Ende 2012 gegründet.
Eine berufliche Auszeit schenkte mir die Zeit mein dort lebendes Patenkind zu besuchen. Eine 4-tägige Visionssuche brachte die Idee 1000 Bäume als Beitrag gegen den Klimawandel und Unterstützung für die dortige Bevölkerung zu pflanzen. Eine einheimische junge Ingenieurin befruchtete die Idee noch um das Thema Umweltbildung.
Viele weitere Projektbesuche auf der folgenden 8-monatigen Reise, um von deren Gründern zu lernen, machten ebana zu dem was es heute ist: Ebana ist eine Initiative welche der einheimischen Bevölkerung hilft, u.A. die alten Werte der Landwirtschaft wieder aufleben zu lassen. Lizandro Diaz, Einheimischer und Projektrealisierer Vor Ort sagt stets zu den Menschen, die vom ebana Projekt um Unterstützung bitten: „Manejamos con poco, pero de la mejor forma“. Übersetzt: „Wir arbeiten mit verhältnismäßig geringen wirtschaftlichen Mitteln, versuchen diese jedoch auf die beste Weise einzusetzen“.
Dies bedeutet vor allem, dass die Begünstigten, also Schulen oder Dorfgemeinschaften, welche um Unterstützung bitten, vor allem selbst in der Verantwortung stehen. In unserem Fall bedeutet dies, dass Lizandro mit Saatgut oder Setzlingen sowie dem Wissen um das Einpflanzen und deren Pflege zu den Menschen kommt. Diese pflanzen selbst unter seiner Hilfe die Nutzpflanzen ein. Im Verlaufe der Monate besucht und unterstützt Lizandro regelmäßig die Begünstigten und diese müssen zeigen, dass Sie den Samen oder Setzling verantwortungsvoll gepflegt haben. Mit wenigen Ausnahmen können die ersten Früchte bereits wenige Monate später geerntet werden. Dieser Erfolg führte in den bisher aktiven „Communidades“ (Gemeinschaften) zu einem Wachstum in der Zahl der gepflanzten Nutzbäume und Gärten.
Es ist also eine Initiative der Hilfe zur Selbsthilfe. Und genau dies war der Tenor aller meiner Projektbesichtigungen. Das Projekt überdauert nur, wenn es „Ihr“ Projekt ist. Der Nutzen besteht nicht in finanziellen Mitteln für die Begünstigten, sondern in Form eines Wissensträgers, der mit Saatgut und einfachen benötigten Gartenutensilien unterstützt. Nach wenigen Jahren sollte es ein Selbstläufer sein.
So haben wir bspw. in der Dorfschule Villa del Carmen erreicht, dass seit den ersten Einheiten vor 10 Jahren zum Thema Umweltbildung und aktiver Aufforstung ein jährlich wachsender Schulgarten von den Menschen selbst initiiert wurde. Denn wie ein älterer Einheimischer in meinem ersten Jahr des Kontakte Knüpfens zu mir meinte: „Hay que comer cada dia“. Damit wollte er sagen, dass es ja toll ist, die von mir als „Holzwurm“ propagierten Bäume zu pflanzen, doch geht, wenn man nur dies tut die Zeit verloren, um auch Lebensmittel für die diesjährige Ernährung zu erarbeiten. Und so ist ein Mix aus Umweltbildung, Gemüseanbau und Aufforstung entstanden. Die biologischen Gemüseerträge werden bei gemeinsamen Schulessen verspeist und mittlerweile sogar teils verkauft. Gepflanzten „Citricos“ (Zitronenbäume) bereichern neben dem Ambiente als „refresco“ die gemeinsamen Lerneinheiten und Erntedankfeiern.
Die „maderables“, also Bäume für die Aufforstung und teils Holzgewinnung, sind eine Investition in die Zukunft. Zusammen mit dem Gemüseanbau entsteht so langsam ein Agroforstsystems. Seit Corona (siehe Projektbericht Ende 2020) ist die Nachfrage beim Thema Lebensmittelversorgung stark gestiegen. Nachbargemeinschaften hören von ebana und fragen ob Sie teilnehmen dürfen. Lizandro teilt die Anforderungen mit und hilft für ein erstes Kennenlernen mit Samen. Da diese ebenfalls gekauft werden müssen, kam die Idee bei Begünstigten auf, man könnte ja auch einfach bspw. samenfeste Tomaten kaufen, und neben dem Verzehr die Samen verwenden, was deutlich günstiger ist als die Samen bei der Saatgutbank zu kaufen. Dies ist wie ich finde ein schönes Beispiel für den Satz: „Manejamos con poco, pero de la mejor forma“. Und auch wenn wir mit geringen Mitteln auskommen, so hat Lizandro für die Fortsetzung Ausgaben. Er erhält ein faires Gehalt für seine Teilzeitarbeit. Um in die Dörfer zu kommen benötigt er Sprit, Wartung und ab und an neue Reifen für sein „Moto“.
Arbeitsmittel wie Macheten, Gießkannen, Schubkarren, Schläuche, Hacken und weitere Gartengeräte sowie ab und an ein Experte oder eine Schulung sind neben Saatgut und Jungpflanzen die Mittel, welche für das Projekt benötigt werden.
Spender waren bisher einige deutsche Firmen sowie Aktionen welche ich zum Thema Umweltbildung in der Natur hier in Deutschland anbiete. Bisher kamen wir mit jährlich etwa 5.000€ aus. Seid Corona und den geringeren Spenden müssen wir mit knapp 3.000€ jährlich auskommen und sind dadurch begrenzt in den Aktionen. Im Laufe des kommenden Jahres laufen die angesparten Mittel aus und mehr denn je ist die ebana-Initiative von Ihrer Unterstützung abhängig!
Leider sind meine zeitlichen Ressourcen für die Akquise von Spenden aktuell stark begrenzt. Daher brauchen wir umso mehr Ihre Hilfe! Gerade in unbestimmten Zeiten wie diesen braucht es in meinen Augen Menschen die solche Projekte unterstützen, damit auch in Zukunft Generationen heranwachsen, welche ein Verbundenheitsgefühl mit der Natur haben. Diese Menschen werden die Natur um Sie herum Schützen und mit Ihr in Einklang leben um letztlich eine Ernte auf vielen Ebenen zu erhalten. Nähere Informationen sowie der anschauliche Wert einer Spende finden Sie auf www.ebana.org.
Auch das Weitererzählen an Spendenwillige ist eine Hilfe.
Vielen Dank, David Lamparter






