Humus für das Morgen – Verbindung als Fundament

Die erste Mitmach‑Konferenz im Deggenhausertal brachte an zwei Tagen Menschen zusammen, die sich für Bodenfruchtbarkeit, regionale Verbundenheit und ein gemeinschaftlich gestaltetes Morgen einsetzen. Unter dem Leitmotiv „ReGeneration Deggenhausertal – Verbindung als Humus der Zukunft“ entstand ein dichtes Geflecht aus Ideen, Begegnungen und neuen Impulsen.
Auftakt am Freitag: Gesundheit beginnt im Boden

Der Geograf, langjährige UN‑Mitarbeiter und Buchautor Stefan Schwarzer eröffnete die Veranstaltung mit seinem Vortrag „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“.
Er gab einen faszinierenden Einblick in die verborgene Welt der Mikroorganismen, die Böden fruchtbar machen, Pflanzen stärken, Tiere beeinflussen und letztlich das Wohlbefinden des Menschen prägen. Mit Humor, anschaulichen Beispielen und aktuellen Forschungserkenntnissen eröffnete er eine neue Perspektive auf das Zusammenspiel von Boden, Landschaft und Gesundheit.
Vielen Dank an dieser Stelle an Stefan Schwarzer und an die Kooperation mit Regenerate Forum.
Hier sind die Fotos der Veranstaltung zu finden:
Samstag: Menschen, Orte, Begegnungen

Rund 50 Teilnehmende kamen am Samstag im Feuerwehrgerätehaus zusammen. In seinem Grußwort, was Simon Neitzel vorlas, würdigte Bürgermeister Fabian Meschenmoser das bürgerschaftliche Engagement seit dem Start der Mitmach‑Region 2024 und betonte die Bedeutung regionaler Kreisläufe, gelebter Gemeinschaft und gemeinsamer Zukunftsgestaltung.
In einer ersten Austauschrunde teilten die Teilnehmenden ihre Lieblingsorte des Tals – Orte der Ruhe, Zugehörigkeit und Inspiration. Diese wuchsen später in die „Schatzkarte der Verbundenheit“, die fortan Lieblingsplätze, Geschichten und Zukunftsbilder sammelt.
Hier sind die Fotos der Veranstaltung zu finden:
Thementische: Vom Samengarten bis zur KI

An verschiedenen Thementischen entstanden Ideen, Visionen und konkrete Ansätze und weitere Schritte:
Saatgutinitiative / Samengarten
Wie kann Wissen für Kinder erfahrbar werden? Wie kann Saatgut zum Erlebnis und zur Verbindung mit Natur und Jahreszeiten werden?
Streuobstwiesen & ökologischer Tourismus
Die Bodensee‑Stiftung brachte die Vision eines Radwegs ein – entlang alter Streuobstbestände, Sortengärten und Gasthäusern, die regionale Vielfalt sichtbar und schmeckbar machen.
Klimacent & regionale Wirtschaftskreisläufe
Der Satz „Jeder Regentropfen braucht eine Heimat“ wurde zum Leitmotiv. Er beschreibt den Wert von Böden, die Wasser speichern können – ein Schlüssel für Klimafolgenanpassung. Der Klimacent als freiwillige, zweckgebundene Abgabe soll lokale Maßnahmen ermöglichen: nicht als Pflicht, sondern als gemeinsame Haltung.
Regenerate Forum & Geschichten aus dem Tal
Erfahrungswissen, Erzählungen und persönliche Bezüge wurden als tragender Teil von Regeneration sichtbar.
KI & Nachhaltigkeit
Eine speziell für Bürgerbeteiligung entwickelte KI eröffnete ungewohnte Perspektiven. Sie lieferte keine Lösungen, sondern Gegenfragen – und inspirierte einen philosophischen Austausch darüber, wie die KI Denk‑ und Erfahrungsräume erweitern können.
Digitale WIRtuelle Welt

Ein virtueller Rundgang durchs Tal zeigte, wie digitale Werkzeuge regionale Identität stärken und sichtbar machen können.
Markt der Möglichkeiten
Die Heinz Sielmann Stiftung, die LEADER‑Region Westlicher Bodensee und lokale Initiativen stellten Programme, Fördermöglichkeiten und Projektideen vor. Viele Gespräche drehten sich darum, wie Vorhaben im Deggenhausertal konkret unterstützt werden können.
Im Anschluss an die Thementischrunden wurden die Ergebnisse nach einer kleinen Pause im Plenum vorgestellt:

Bei Kaffee und Kuchen der Landfrauen, Grillgut und musikalischen Beiträgen vertieften sich Gespräche, vernetzten sich Menschen und entwickelten ihre Projektideen weiter.
Die vier Perspektiven: Boden – Bach – Berg – Humus
Im Rahmen der Konferenz wurden am Thementisch KI & Nachhaltigkeit vier „Stimmen“ mit Hilfe der KI gesammelt – poetische Reflexionen aus der Perspektive von:
dem Apfelbaum,
der Aach,
dem Höchsten,
dem Humusboden.
Sie greifen zentrale Erfahrungen des Tages auf:
unsichtbare Verbindungen, verkörpertes Wissen, lokale Verwurzelung und das Verständnis, dass Regeneration nicht Methode, sondern Haltung ist.
Jede Perspektive erinnert daran, dass echte Zukunftsfähigkeit aus Beziehung entsteht – zwischen Menschen und Landschaft ebenso wie zwischen den Elementen des Tals.
Schlussgeschichte: Wenn ein Tal beginnt, sich zu erinnern!
Aus den Ergebnissen der Thementische, dem Programm und dem kollektiven Prozess entstand – mithilfe der KI – eine berührende Abschlussgeschichte.
Sie erzählt von Menschen, die mit Fragen und Suchbewegungen ins Feuerwehrhaus kommen, von Lieblingsorten, die wie Versprechen im Raum hängen, von Gesprächen, die Samen streuen, und von einer Karte, die wächst, weil viele sie mittragen.
Sie endet mit dem Bild, dass dieser Tag kein Abschluss, sondern ein Beginn ist:
Ein Tal, das sich daran erinnert, wer es sein kann – getragen von Verbindung, Haltung und gemeinsamem Humus für die Zukunft.
Fazit

Die Mitmach‑Konferenz hat spürbar etwas in Bewegung gesetzt.
Sie brachte Menschen zusammen, die Verantwortung übernehmen, Ideen teilen und gemeinsam gestalten wollen. Es entstanden neue Kooperationen, konkrete Projektansätze und ein gemeinsames Verständnis dafür, wie wichtig Beziehung – zwischen Menschen und Natur, zwischen Vergangenheit und Zukunft – für ein lebendiges Deggenhausertal ist.
Das Team der Mitmach‑Region dankt allen Unterstützenden, Partnern und Teilnehmenden, die diesen Tag möglich gemacht haben.
Mit freundlicher Unterstützung der Postcode Lotterie:

In Kooperation mit der Gemeinde Deggenhausertal und weiteren Partnern:








