Bericht: Film „MORE THAN HONEY“

Film „MORE THAN HONEY“

Der Film „MORE THAN HONEY“ wurde am 07.05.2024 um 19.00 Uhr im Feuerwehrgerätehaus in Wittenhofen gezeigt.

Es waren insgesamt 18 Zuschauer da. Die Getränke wurden von unserem Kooperationspartner, der Mosterei Kopp gespendet.

Timm Cebulla begrüßte um 19.00 Uhr die Zuschauer und stimmte sie auf das Thema des Filmes ein. Danach wurde der Film „MORE THAN HONEY“ gezeigt, der 1,5 Std dauerte und u.a. beeindruckende Bilder von der industriellen Bienenhaltung zeigte.

Nach dem Film eröffnete Timm eine Gesprächsrunde, zu der die Imker Zlatko und Branka Partlic, sowie Bernhard Gold eingeladen worden waren. Timm fragt die Zuschauer, was sie bei dem Film bewegt hat. Die Antworten waren u.a.: „Mir ist schlecht“, „Sprachlos“, „Weniger ist mehr“, „Weg von der Chemie, hin zu natürlichen Methoden“.

Bernhard Gold erzählte anschaulich von seinen Bienenerfahrungen. Die Zuschauer wollten vor allem wissen, was jeder einzelne für die Bienen, insbesondere auch die Wildbienen tun kann. Bernhard Gold antwortete darauf, dass es wichtig sei, dass die Bienen immer Blüten haben. Das bedeutet, dass man Blütenstreifen anlegen kann und im Garten die Wiese stehen lässt, bis alles verblüht ist. Und dass es generell gut wäre, wenn weniger gemäht wird und mehr Blütenvielfalt angeboten wird. Die Honigbienen fliegen alle Blüten an, die Wildbienen hingegen sind auf nur einige Blüten spezialisiert. Die Bio-Imker versuchen, den Bienen ein naturgemäßeres Umfeld zu geben. Dazu gehört auch, dass nicht zu viele Bienenstöcke zusammen stehen. Dadurch sind auch die Bienen gesünder. Deswegen bittet er, die Bio-Imker zu unterstützen.

Im Gespräch, zu dem sich ein Stuhlkreis formierte, wurde auch klar, dass viele Bienenvölker an einem einzigen Platz zu haben, eine starke Konkurrenz für Wildbienen bedeutet. Das sei das Resultat von Ertrags-Imkerei, von der der Imker leben will oder muss.

Wildbienen versus Honigbienen könne man auch vergleichen mit Wölfen versus zahmen Haustieren bzw. „Pudeln“, vom Menschen so gemacht und so gewollt.

Ideal wäre es, wenn es viele Imker gibt, aber jeweils mit wenig Völkern. So sei es früher eigentlich normal gewesen, dass jeder Bauer 2-3 Völker hatte. Dazu jedoch brauche es jedoch auch die entsprechende (Aus-)Bildung für jeden Imker, denn ein nachlassendes oder schlechtinformiertes Engagement könne zu Krankheiten führen.

Zum Thema Mähen: früher sei es normal gewesen, dass Wiesen gesenst werden, das hat von Natur aus länger gedauert, sodass immer genügend Blüten für die Bienen da waren. Heute ginge alles sehr schnell mit den großen Maschinen – binnen weniger Stunden haben die Bienen gar keine Blüten mehr. Das oftmalige und auch schnelle Mähen sei typisch für den „Ertrags-Bauern“ (die von ihrer Landwirtschaft leben wollen oder müssen), der schnellwachsende Grassorten hat, die auch schneller abgemäht werden müssen, sodass der Nährstoffgehalt im Gras optimal ist (Verwendung als Futter).

Und so wurde klar (auch im Film), dass immer wieder unser Wirtschaftssystem generell ein entscheidender Faktor dafür ist, wie wir mit Bienen umgehen. Auf der einen Seite wurde der Schweizer Berg-Imker vorgestellt, der eine starke Beziehung zu den Bienen hat (und lediglich zum Schutze seines Volkes und seiner Bienen-Rasse auch mal brutal wird gegenüber anderen Bienen-Rassen). Auf der anderen Seite gibt es den hart kalkulierenden und wachstumsliebenden US-Imker, der Bienen als Objekt betrachtet und sich daran gewöhnt hat, wenn mal 20% der Bienen den Stress von u.a. Spritzmitteln und Transportwegen nicht überleben.

Der Film zeigte auch, wie in Chinas Norden bereits Menschen die Arbeit der Bienen ersetzen müssen, weil die Bienen fehlen.

Auch Experimente zur Intelligenz der Bienen wurden eindrücklich im Film dargestellt. 50.000 Bienen im Volk seien wie ein großes Gehirn oder ein großes Tier, jedenfalls ein Organismus, der vergleichbar ist mit den Zellen eines menschlichen Körpers. Auch die Waben mit ihren Gerüchen gehören zum Gesamtorganismus dazu – die Bienen finden auch hier viele Informationen und Orientierung.

Zum Abschluss der Gesprächsrunde lädt Oliver Karolius zur Exkursion zum Gemeinschaftsgarten Hohlenstein am 12.05.2024, 15.00 Uhr ein und verweist auch auf den geplanten Wettbewerb „Die Wildbienen-Ecke in meinem Garten.“