Mitmachworkshop

Gemeinsam die Region Bodensee-Oberschwaben enkeltauglich gestalten.

Der Nachfolge-Workshop am 18.11.2017 der Mitmachkonferenz vom Mai 2017 wollte zum einen beobachten, ob von der Konferenz Impulse ausgingen und zum anderen die Vernetzung der Aktiven dauerhaft verstärken.

45 Teilnehmerinnen kamen, allein das ist ein großer Erfolg. Rund 20 Initiativen von Biberach bis Konstanz waren vertreten und es konnten tatsächlich Schritte, augehend von der Mai-Veranstaltung, verdeutlicht werden.

Simon Neitzel von WIRUNDJETZT stellte den Humus-Stammtisch im September vor, der ausgehend von Wolfgang Abler, carbocert, eine Gelegenheit bot, Fragen zum Humusaufbau auszutauschen.
Die Initative Regionalwert AG Bodensee-Oberschwaben hatte in der Zwischenzeit einen Vorvertrag mit der Regionalwert AG Freiburg geschlossen.
Und die Kooperation zwischen den bestehenden und in Gründung befindlichen Solidarischen Landwirtschaften konnte durch ein Beratungsangebot von David Steyer verdichtet werden.

Veerle Buytaert vom Klimaschutzmanagement des Gemeineverbandes Mittleres Schussental fungierte als Gastgeberin in Vertretung der Stadt Ravensburg und nutzte das Treffen um die Arbeit der mittlerweile sieben Klimaschutzmanagerinnen der Region vorzustellen. Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist das Energie- und Klimaschutzkonzept des Gemeindeverbandes Mittleres Schussental. Ziel ist es klar das Klima zu schützen und sie arbeiten dabei in vier Arbeitsbereichen: In der Öffenlichkeitsarbeit, wie es in der Beteiligung bei dem Vernetzungstreffen zum Ausdruck kommt, aber auch im Fernwärmekonzept der Stadt Ravensburg sich verdeutlicht. Dorothea Hose-Groeneveld vom Landratsamt Bodenseekreis verdeutlichte ihre Arbeit am Beispiel von Energieesparzielen in Flüchtlingsunterkünften. Per Plakat und OR-Code werden die Bewohner von Flüchtlingsunterkünften zu einem Film geführt, der ohne Sprache die bei uns gängigen Heiz- und Lüftungsegeln anschaulicht. Auch wurden im Sommer drei Rad-und Wandertouren zu vorbildlichen Initiativen und Betrieben organisiert.

Der Nachmittag wurde dann von sechs Thementischen geprägt.

  1. Der BUND Ravensburg initiiert den „Schussental-Blog“ und machte auf der Treffen mobil. Der Blog soll täglich eine wichtige Nachricht, die sonst zu kurz kommt oder gar untergeht online stellen. Der BUND will die Entwicklung begleiten und hofft auf rege Beteiligung von Journalisten und Aktivisten in der Region Oberschwaben. Ein weiteres Treffen im Dezember 2017 wurde dabei bereits fixiert.

  2. In 2018 soll ein Austauschtreffen der regionalen Solidarischen Landwirtschaften stattfinden. Sonja Hummel von der SOLAWI Ravensburg übernimmt dabei die Koordination. Seit der Konferenz im Mai wurden mindestens vier neue Initiativen bekannt. Das Austauschtreffen soll helfen, dass nicht jede Initiative das Rad neu erfinden muss, z.B.bei Fragen des Saatgutes.

  3. Ein Tisch beschäftigte sich besonders mit den Fragen der Kooperation in der Landwirtschaft. Hier ging es zum einen um die Frage des Humusaufbaus, aber auch der Kooperation zwischen Verbrauchern und Erzeugern. Regional und bio, diese Verbindung sollte nach Ansicht der Teilnehmerinnen verstärkt werden. Dabei wurde an eine Vermarktungsschiene gedacht, die Waren mit diesem Prädikat an die Läden der Region verteilt. Manne Walser informierte über den Projektantrag des Landkreises Ravensburg mit seinen 370 Bio-Landwirten zur Bio-Modell-Region. DerAntrag ist gestellt und Manne Walser gibt ihm eine realistische Chance. Dann wird es eine Koordination-Person im Landkreis geben, die die Weiterentwicklung der Bio-Branche unterstützen kann.

  4. Ein Anliegen war es die Kommunikation zwischen Politik und Initiativen zu stärken. Da aber nur ein Kreisrat anwesend war, konnte dieses Anliegen vor Ort nicht umgesetzt werden, sondern es wurden Ansätze erarbeitet wie die Kommunikation verbessert werden kann: über Aktionen wie Baumpaten, Beteililgungen an Weihnachtmärkten, einer engen Zusammenarbeit mit Schulen und der Beteiligung bei größeren Veranstaltungen soll mehr Information und mehr Einbeziehen der Verantwortlichen ermöglicht werden.

  5. Der Tisch mit dem Titel Formate 2018 hatte das Ziel auch im kommenden Jahr eine weitere Mitmachkonferenz zu ermöglichen. Stefan Schwarz von der Regionawert AG Bodensee-Oberschwaben dachte darüber nach, dass die Regionalwert AG diese Aufgabe übernehmen könnte. Die Regionalwert AG beginnt gerade Kapital zu sammeln und könnte mit einem Teil die Initiatiierung der Mitmachkonferenz 2018 unterstützen. Die Wiederbelebung der Bio-Messe Ravensburg wurde als ein zweites „Format“ genannt.
    Die Initiative Regionalwert AG wurde daraufhin ausführlich vorgestellt. Nach dem Beispiel der Freiburger AG soll Kapital gesammelt werden, mit dem dann die Ökolandwirtschaft in der Region unterstützt werden wird. Als Ziele nannte Stafan Schwarz: Kleine und große Höfe zu stärken, die Umstellung auf Bio-Anbau zu unterstützen und gute, regionale Lebensmittel verantwortlich zu erzeugen und zu liefern. Dafür werden GründungsaktionärInnen ab 600 € gesucht.
    Noch ist die Webpräsenz nicht fertig, aber bald können Informationen unter http://www.regionalwert-ag-bo.de/ abgerufen werden.

  6. Oliver Endikat konnte in einer kleinen Tischrunde mit zwei Ravensburger Unternehmerinnen über die Initaitive sprechen und entwickelte weitere Schritte zujr Umsetzung des Regionalgeld-Konzeptes.

  7. Ein letzte Tischrunde beschäftigte sich mit Möglichkeiten einer Gemeinschaftsentwicklung im Dorf und entwickelte ein Bild eines idealen Dorfes mit Gemeinschaftshaus. Die Ideen dafür waren zu einem großen Teil durch die anwesenden Initiativen präsent. Herrmann Hofmann aus Pfullendorf ist hier Ansprechperson.

Der Wert eines solchen Vernetzungstreffens war allen Anwesenden klar. Der Austausch von Informationen, das Vorstellen von Initiativen und der Persönliche Kontakt zwischen den Intiaten und Aktiven ist der Resonanzboden für einen Erfolg der Wandelintitiantiven hin zur großen Transformation.

Dies wurde auch durch die Unterstützer des Vernetzungstreffen deutlich. Neben der Stadt Ravensburg und den Klimaschutzmanagerinnen, der Schweißfurth-Stiftung, RENN-Süd unterstützte auch der vegane Caterer v2o die Veranstaltung.

Dieter Koschek