Wie das Konzept der "Maritimen Müllabfuhr" die Meere und Binnengewässer befreien kann

Es ist in aller Munde: Das Ausmaß der Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll ist unvorstellbar groß. Riesige Müllteppiche schwimmen bereits heute auf den Ozeanen; der größte davon im Pazifik hat die Flächengröße von Mitteleuropa. Die Folgen für das sensible Ökosystem Meer sind verheerend: Über 40 Prozent der Wale, ca. 36 Prozent der Seevögel und fast alle Arten von Fischen und Meeresschildkröten fressen Müll und verenden dabei durch Verstopfungen des Magens oder innere Verletzungen. Und auch unsere Nahrungskette ist davon betroffen: Durch die Brandung und den Wellengang wird der Plastikmüll zu Mikroplastik, das sind Plastikstücke kleiner als 5 mm, zerteilt, welche von Meerestieren aufgenommen werden. Wenn wir Fisch essen, gelangt das Plastik schließlich auch in unseren Organismus - und das mit bisher weitestgehend unerforschten gesundheitlichen Folgen.

Laut aktuellen Studien der UN zufolge sollen bis zum Jahre 2050 mehr Plastikteile als Fische in unseren Meeren schwimmen. Vorallem, wenn man bedenkt, dass die Lebensdauer dieses Mülls bis zu 450 Jahre beträgt, ist diese Zahl mehr als bersorgniserregend.

Die Umweltorganisation One Earth – One Ocean e.V hat sich zum Ziel gesetzt, die Meere und Binnengewässer mit dem Konzept der "Maritimen Müllabfuhr" vom Plastikmüll, Öl und Chemikalien zu befreien:

"In einem ersten Schritt wird Plastikmüll
mit speziellen Reinigungsschifen eingesammelt, sortiert und
zerkleinert. Trennung und Recycling des Mülls erfolgen derzeit noch an
Land. Geplant sind unterschiedliche Bootsgrößen bis hin zum hochseetauglichen
Müllsammelschif, die in einigen Jahren teils vollautomatisch und
angetrieben durch Wind- und Solar-Technologien selbständig das Plastik
aus den Gewässern „grasen“ und die vollen Netze mit Peilsendern
und Bojen ablegen. Diese werden dann eingesammelt und ihr Inhalt
recycelt bzw. in schwefelfreies Heizöl rückverwandelt. Aus einer Tonne
Plastik lassen sich ca. 900 Liter Öl rückgewinnen." (Quelle)

In der Praxis sieht das folgendermaßen aus: 

(Quelle und mehr Infos auf http://oneearth-oneocean.com/die-loesung/)

Die Seekuh beispielsweise ist zerlegbar und kann per Containerschiff zu Einsätzen an den verschiedensten Orten der Welt gebracht werden. Aktuell befindet sie sich in Hong Kong, wo sie die stark verschmutzte Bucht der Stadt reinigen wird. 

Geplant ist, das Konzept der maritimen Müllabfuhr in den nächsten zwei Jahren intensiv zu erproben. Dabei wird sich One Earth - One Ocean e.V. auch mit der Planung und Umsetzung des ersten Seeelefanten auseinandersetzen. 

Durch das nationale und internationale Engagement des Vereins in der
Ölreinigung, der Erforschung von Mikroplastik in Gewässern sowie der
Bildungs-, Aufklärungsarbeit und Dokumentation zum Thema Marine
Littering soll langfristig eine Änderung des Verhaltens
der Menschen in Bezug auf (Plastik-)Müll erreicht werden.

Für dieses großartige Engagement wurde One Earth - One Ocean e.V. bereits vielfach ausgezeichnet:

2013: GreenTec Award                                                                                                                                                                        

2016: Nominierung der Seekuh als eines von 26 Projekten aus den über 350 Einreichungen für den Bundespreis ecodesign 

2018: Nominierung für den Ocean Tribute Award 2018

Mehr Infos über One Earth – One Ocean e.V.